Ungleichheit aufgrund schlechter Arbeitsaussichten geht einher mit höheren Kosten. Durch Langzeitarbeitslosigkeit gehen Fähigkeiten verloren, die Vermittelbarkeit sinkt und das Vertrauen in den Staat schwindet. (IWF Jahresbericht 2018, S 10)

Die Forderung nach einer Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich unterstützen ebenfalls 57 Prozent der Gesamtbevölkerung und 66 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen. (NÖN, 22.6.2020)

Vorteile für Arbeitnehmer*innen

Wer Arbeit teilt genießt mehr Zeit mit Familie und Freunden. Zudem steigt bei gleichzeitig sinkenden Stresswerten die Work-Life-Balance. Arbeit zu teilen bringt insgesamt mehr Lebensqualität, die sich auch positiv auf die Zufriedenheit während der Arbeitszeit auswirkt.

Zwar berichten die betroffenen Mitarbeiter, entspannter und motivierter zu sein und sich besser auf ihren Job konzentrieren zu können, doch gleichzeitig mussten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden, um die konstanten Arbeitsanforderungen bewältigen zu können. (reflect-beratung.de)

Vorteile für Unternehmen

Die Vorteile einer kürzeren Vollzeit bzw einer 4-Tage-Woche werden mittlerweile von Unternehmen auf der ganzen Welt getestet und bestätigt. Sie reichen von geringerem Ressourcenverbrauch bis zu einer Erhöhung der Produktivität im Ausmaß von 40 Prozent.

Zukunftsbudget: Wohlstand statt Notstand
„Das Zivilgesellschaftliche Zukunftsbudget zeigt, dass es genügend Handlungsspielräume gibt, damit Österreich weiterhin ein soziales Land bleibt.“

Arbeit teilen hilft Armut vermeiden

Wer Arbeit teilt hat nicht nur eigene Vorteile, sondern ist auch solidarisch mit jenen, die bislang prekär arbeiten mussten oder gar erwerbslos waren. Ulrike Famira-Mühlberger (S 27): „Eine hohe Arbeitsmarktpartizipation der Bevölkerung stellt nicht nur die effektivste Möglichkeit zur Reduktion von Armut dar, sondern erhöht auch die gesellschaftlichen Teilhabechancen und trägt damit zur gesellschaftlichen Stabilität und zur nachhaltigen Finanzierung der öffentlichen Haushalte bei.”

  • Die Armutsgefährdungsquote liegt bei ganzjährig arbeitslosen Menschen bei 56 % – siehe: Armut in der Steiermark, 2018, S 17

Abschließend noch ein Hinweis auf eine Umfrage in Deutschland aus dem Jahr 2019:

57 Prozent der Befragten wären bereit, zur Verkürzung ihrer Arbeitszeit eine (tarifliche) Gehaltssteigerung einzutauschen. (verdi.de)


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2020-07-10_Michaela-Moser_Ungleichheit-schadet_Und-zwar-fast-allen

Ein Kommentar zu „Besser lebt wer Arbeit teilt

  1. Wollen wir ein Abrutschen der Mittelschicht und den damit verbundenen sozialen Druck auf sie verhindern, dann genügt es nicht, sich allein auf die positive Wirkung von Maßnahmen zur Arbeitszeitverkürzung zu verlassen. Selbstverständlich braucht es eine ganze Reihe von politischen Forderungen, die begleitend dazu umzusetzen sind. Viele davon werden bereits seit Jahren erhoben (siehe auch Zukunftsbudget), mangels Regierungsverantwortung jedoch nicht umgesetzt. Ein Bündnis aus Opposition und Zivilgesellschaft kann unter kampagnenmäßiger Einbeziehung weiter Teile der Bevölkerung gute Vorarbeit dafür leisten, dass dies eines Tages dann doch geschieht.

    Wozu? Weil damit allen gedient ist. So gesehen ist es unverständlich, wenn ein Entschließungsantrag betreffend „faire Arbeitszeit“ keine parlamentarische Zustimmung erhält.

    Auch deshalb, weil die „nichtterritoriale Selbstverwaltung“ – trotz redlichen Bemühens – verfassungsrechtlich (zu) schwach abgesichert ist (siehe B-VG Art. 120a-c), wäre es sinnvoll, sich über die Etablierung einer Instanz zwecks „Gemeinwohlcontrolling“ Gedanken zu machen.

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