2015-10-15_IMG0071_Armut-in-Kalifornien-1997Februar 1997: Armut im Sonnenstaat Kalifornien

Soziale Ungleichheit macht nicht nur krank, sie tötet auch in großem Ausmaß. Während die Zahl der Hungernden weltweit zurückgeht steigt die Ungleichheit in entwickelten Ländern weiter an und wird zur Wachstumsbremse. Ungeachtet dessen führt die zunehmende Differenz zwischen Reich und Arm trotz – oder doch wegen zu geringer – sozialer Transfers zu politischen Umbrüchen: ein größer werdender Teil der Bevölkerung fühlt sich wirtschaftlich und sozial abgehängt.

Dass dies kein Zustand ist, der durch globalen Wettbewerb unumwunden zu akzeptieren ist, sehen wir an den Beispielen skandinavischer Länder:

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Der Unterschied zwischen den einzelnen Ländern liegt in den Kulturen und den politischen Machtverhältnissen, die diese hervorbringen. Ist Vertrauen und Solidarität täglich geübte Praxis, dann werden auch jene politischen Kräfte keine Chance haben, die den Wählenden zuerst das Blaue vom Himmel erzählen und dann als Regierende gegen deren eigentliche Interessen handeln. Diese Kulturen des nationalen Miteinander unter Berücksichtigung globaler Aufgaben gilt es zu verbreiten, damit Teilhabe wieder mehr Chancen hat, gelebt zu werden. Wir, die Zivilgesellschaft einschließlich der anerkannten Religionsgemeinschaften sollten uns anstrengen, die jeweils passenden Antworten zu finden, um „krank machende gesellschaftliche Verhältnisse“ in sogenannten „entwickelten“ Ländern zurück zu drängen. Dort hin, wo sie keinen Schaden für die Gesundheit verursachen: in den Mülleimer der Geschichte! Denn: „Je größer die Unterschiede zwischen Arm und Reich, umso größer sind auch die sozialen Probleme.“ – soweit der britische Gesundheitswissenschaftler Richard G. Wilkinson in einem ZEIT-Interview.

Richard Wilkinson weiter: „Natürlich sind soziale Probleme in unteren Bevölkerungsschichten besonders virulent. Aber in ungleichen Ländern sickern sie zunehmend auch in die mittleren Schichten ein.“

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Ab wann machst auch du mit bei Aktionen gegen Ungleichheit?

Um der sozialen Ungleichheit wirksam begegnen zu können, bedarf es einer kraftvollen Gegenmacht. Die zu fokussierenden Kräfte sind dabei zum Teil selbst bereits institutionell organisiert. Beispiele dafür sind der Kulturrat Österreich oder auf regionaler Ebene dieKupf, die Selbsthilfe Steiermark u. v. a. mehr. Diese Einzelinitiativen sollen nicht ersetzt werden, sondern mittels Kooperationen wie beispielsweise regional durchgeführter SommerSonnenWahlen vielmehr ergänzt. Eine damit verbundene demokratische Macht gegenüber privaten Konzerninteressen kann so durch sozialpolitische Engagements weiter gestärkt werden.

Schließlich geht es um gerechtere Rahmenbedingungen für alle

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Eine Übergangsphase zeichnet sich bereits ab und in dieser zählt vor allem der Mut, der Einzelne gegen Windmühlen kämpfen lässt:

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Doch was passiert, wenn die Politik weiterhin auf liberalisierte Märkte setzt und die Hände auch in den kommenden 30 Jahren in den Schoß legt?

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Seit langem wird bereits der ausschließliche Blick auf die Wirtschaftszahlen wie Durchschittseinkommen oder Wirtschaftswachstum kritisiert, auch wenn damit eine positive Korrelation zur Lebenserwartung besteht – der treibende Faktor dabei ist allerdings Bildung. Deshalb wurden alternative Indizes wie der Happy Planet Index entwickelt, um eine bessere Sicht auf den nachhaltigen Erfolg eines Landes zu gewinnen:

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